Isolationsjacken im Test: Test: Winterjacken für eisige Temperaturen

Mit Schneeschuhen losziehen, Skitouren gehen oder in der frischen, klaren Luft wandern, auch im Winter können Outdoorer einiges unternehmen. Doch Einsteiger ziehen häufig zu viel an, wenn sie sich bewegen – und frösteln nach einiger Zeit in der nassgeschwitzten Bekleidung. »Man sollte nur so viel tragen, dass man gerade noch nicht friert«, rät outdoor-Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka. Bei leichten Minusgraden reichen während des Gehens meist etwas dickere Unterwäsche, ein dünnes Fleece und eine Softshelljacke. Zu Beginn der Pausen oder bevor man auf Ski die Hänge hinunterbrettert, muss man dann aber eine mit Daunen oder Kunstfasern gefüllte Isolationsjacke überziehen, sonst kühlt der Körper in kürzester Zeit aus.


Der Winterjacken-Test 2020 im Detail – Daunenjacken:

Testsieger Daunenjacken: Valandré Troll – der Isolations-Champion


Winterjacken Test 2020 - Valandre Troll


Valandre

Testfazit: Superwarme Daunenjacke mit bestem Wärme-Gewichts-Verhältnis – unschlagbar für Wintertouren bei klirrendem Frost wie im hohen Norden

Dank ihrer einzigartigen Konstruktion setzt die Valandré Troll Maßstäbe: Die anatomisch vorgeformte Jacke sitzt wie eine zweite Haut, und weil die äußere Hülle deutlich größer geschnitten ist als die innere, kann sich die edle Daune optimal entfalten. Dadurch isoliert die Troll so gut wie 20 Prozent schwerere Wärmejacken-Modelle und trägt sich wie einer leichteren Testkandidaten. Weiteres Plus: robuste Stoffe und die perfekte Handhabung.


  • FÜLLUNG: 307 g Gänsedaune mit 800 cuin Bauschkraft, RDS-zertifiziert.
  • GEWICHT/PACKMASS: 710 g/4,0 l (Gr. L)
  • SONSTIGES: je 2 Außen-/Innentaschen, langer Schnitt, 2-Wege-Frontzip.
  • TEMPERATURBEREICH in Ruhe: bis -30 Grad, aktiv bis -40 Grad (Celcius)
  • TRAGEKOMFORT: Passform, Bewegungsfreiheit und das leichte Tragegefühl sind top! Außerdem besitzt sie eine bequeme Kapuze, die aber Kopfdrehungen nicht folgt.
  • PRAXIS/AUSSTATTUNG: Daunenjacke, die auf einfachste Handhabung getrimmt und bis ins Detail durchdacht ist.
  • PREIS: 550 Euro
  • TESTURTEIL: Überragend (Testsieger 12/2020)
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Weitere Daunenjacken im Test 2020: Fjällräven Expedition Pack Down Hoodie


Winterjacken Test 2020 - Fjällräven Expedition Pack Down Hoodie


Fjällräven

Testfazit: Hohe Isolation, praxisgerechte Features und nachhaltige Materialien sind die Stärken der Fjällräven Pack Down. Das Gewicht geht in Ordnung.

Fjällräven kombiniert bei der Expedition Pack Down Hoodie Daune aus artgerechter Haltung mit druckresistenten Kunstfasern an den Schultern. Die Stoffe bestehen aus Recycelnylon. Außerdem halten die perfekt anpassbare Kapuze mit ihrem Schild und der hohe, fleecegefütterte Kragen eisigen Wind ab, der lange Schnitt wärmt das Gesäß. Auch die Bedienung der leichtgängigen Zips und Züge geht leicht von der Hand.


  • FÜLLUNG: 110 g Daune (700 cuin) aus artgerechter Haltung, Kunstfaser.
  • GEWICHT/PACKMASS: 510 g/2,1 l (Gr. L)
  • SONSTIGES: Taschen: 2 außen, 1 innen, letztere dient auch als Packsack.
  • TEMPERATURBEREICH in Ruhe: bis -15/-20 Grad, aktiv bis -40 Grad
  • TRAGEKOMFORT: Anschmiegsam und engt nicht ein, sehr bequeme, mitdrehende Kapuze. Kaum raschelnde, aber etwas glatte Stoffe.
  • PRAXIS/AUSSTATTUNG: Die Fjällräven Expedition Pack Down Hoodie bietet alles, was man braucht und lässt sich problemlos bedienen.
  • PREIS: 300 Euro (Herren- und Damenmodell)
  • TESTURTEIL: Sehr gut
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Mountain Equipment Xeros Jacket – mollig warmer Nässeschutz


Winterjacken Test 2020 - Mountain-Equipment-Xeros-Jacket


Mountain Equipment

Testfazit: Mountain Equipment bietet mit der Xeros eine kälte­ und nässefeste, noch recht leichte Daunenjacke – top für nasskalte Winter oder zum Eisklettern.

Mit ihrer nahezu nahtfreien Außenhülle aus winddichtem, nässefestem Gore­Tex Infinium schützt die übers Gesäß reichende Xeros Daunenjacke von Mountain Equipment Xeros nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Niesel oder nassem Schnee. Sie macht selbst beim Klettern jede Bewegung mit, Zips und Züge lassen sich mit dicken Handschuhen bedienen. Aber für die etwas zu große, nur grob verstellbare Kapuze gibt es Kritik. PREIS 400 €


  • DAUNE: 140 g Gänsedaune (800 cuin) aus artgerechter Haltung (Down­Codex).
  • GEWICHT/PACKMASS: 520 g/2,4 l (Gr. L)
  • SONSTIGES: 3 Außentaschen, 2 Innenfächer (für Flaschen oder Handschuhe.
  • TEMPERATURBEREICH in Ruhe: -20 bis -25 Grad; aktiv: bis -40 Grad
  • TRAGEKOMFORT: Trägt sich wie ein Hauch von nichts und macht jede Bewegung mit, aber raschelt und zu große Kapuze dreht nicht mit.
  • PRAXIS/AUSSTATTUNG: Top: Praxisgerechte Features gepaart mit einer problemlosen Handhabung
  • PREIS: 400 Euro
  • TESTURTEIL: Sehr gut
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Nordisk Yeti Strato Ultralight Down Jacket – überragendes Federgewicht


Winterjacken Test 2020 - Nordisk Yeti Strato


Nordisk

Testfazit: Grammzähler finden mit der Nordisk Yeti Strato (Damenmodell Cirrus) eine perfekte Wärmejacke für milde Winter sowie Frühjahr und Herbst.

Daunenbekleidung und Schlafsäcke von Yeti gehen zukünftig unter dem Label Nordisk an den Start. Die hier getestete federleichte Yeti Strato (Damenmodell: Cirrus) zählt zu den wärmsten, am kleinsten verpackbaren Modellen ihrer Klasse und eignet sich für leichten Frost – ein sensationeller Wert. Das Kunststück gelingt durch feinste daunendichte Gewebe und beste Daune. Einziger Nachteil: der hohe Preis.


  • FÜLLUNG: 53 g Gänsedaune mit 900 cuin, nach Yeti­-Richtlinien zertifiziert.
  • GEWICHT/PACKMASS 155 g/0,9 l (Gr. L)
  • SONSTIGES 2 Außentaschen (1 dient als Packsack), 2 Innenfächer, eher kurz.
  • TEMPERATURBEREICH in Ruhe: bis -5 Grad; aktiv: bis -20 Grad
  • TRAGEKOMFORT: Umschmiegt den Körper wie eine Wolke warmer Luft, top Bewegungsfreiheit, angenehmer Kragen, aber raschelt etwas.
  • PREIS: 450 Euro
  • TESTURTEIL: Überragend
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Rab Microlight Alpine Jacket – nachhaltige Komfortjacke


Winterjacken Test 2020 - Rab Microlight Alpine Jacket


Rab

Testfazit: Die Rab Microlight Alpine ist ein traumhaft komfortables, mittelwarmes und sehr nachhaltiges Daunenmodell mit gutem Wärme­-Gewichts­-Verhältnis.

Beim Microlight Alpine Jacket setzt Rab voll auf Recycelmaterialien: Neben der Hülle wird auch alte Daune aufbereitet. Die umweltfreundliche Imprägnierung der Füllung stammt von Nikwax (Hydrophobic Down) und macht sie wasserabweisend. Auch der körperbetonte, nicht einengende Schnitt begeistert, die Kapuze folgt Kopfbewegungen. In Sachen Isolation und Gewicht landet die Microlight im Mittelfeld.


  • FÜLLUNG: 153 g Daune mit 700 cuin, ökologische Nikwax-­Imprägnierung.
  • GEWICHT/PACKMASS: 440 g/2,1 l (Gr. L)
  • SONSTIGES: 3 Außentaschen, eher kurz. Damenmodell gibt es in kurz und lang.
  • TEMPERATURBEREICH in Ruhe: bis -15 Grad; aktiv: bis -40 Grad
  • TRAGEKOMFORT: Top Bewegungsfreiheit, weiche Stoffe, raschelarm, sehr bequeme Kapuze mit Schild, die Drehungen recht gut folgt.
  • PRAXIS/AUSSTATTUNG: Schlichte Jacke, der es an nichts fehlt. Kapuzenverstellung etwas umständlich
  • PREIS: 230 Euro
  • TESTURTEIL: Sehr gut
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Der Winterjacken-Test 2020 im Detail – Synthetikjacken:

Patagonia Macro Puff Hoody – überragende Kunstfaser-Allroundjacke


Winterjacken Test 2020 - Patagonia Macro Puff Hoody


Patagonia

Testfazit: Patagonia gelingt mit der hochfunktionellen Macro Puff der Spagat aus starker Isolation und recht niedrigem Gewicht. Das hat seinen Preis

Beim aus Recycelmaterialien gefertigten Macro Puff Hoody handelt es sich um die dicker gefüllte Version der preisgekrönten Micro Puff Hoody, dem Leichtgewichtsmeister unter den Kunstfaserjacken. Die Macro Puff isoliert sehr gut, ihr WärmeGewichts-Verhältnis liegt auf dem Niveau guter Daunenjacken – für Kunstfasermodelle superb. Auch Tragekomfort und Ausstattung sind vom Feinsten. Das rechtfertigt den hohen Preis.


  • FÜLLUNG: Plumafill mit 135 g/m2 sowie 90 g/m2an Rumpfseiten und Ärmeln.
  • GEWICHT/PACKMASS: 420 g/2,7 l (Gr. M)
  • SONSTIGES: 3 Außentaschen, 2 Innenfächer, 2-Wege-Frontzip.
  • TEMPERATURBEREICH in Ruhe: bis -15 Grad; aktiv: bis -40 Grad
  • TRAGEKOMFORT: Bis auf leichtes Rascheln kaum spürbare Jacke, macht Bewegungen mit, bequeme, exakt anpassbare Kapuze.
  • PRAXIS/AUSSTATTUNG: Bietet viel Stauraum, 2-Wege-Frontzip und eine erstklassige Bedienung.
  • PREIS 400 Euro
  • TESTURTEIL: Überragend
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Jack Wolfskin Argon Thermic Jacket – preiswerter Kältekiller


Winterjacken Test 2020 - Jack Wolfskin Argon Thermic Jacket


Jack Wolfskin

Testfazit: Top Leistung, niedriger Preis: Die superwarme, komfortable und nicht allzu schwere Jack Wolfskin Argon Thermic Jacket ist der Knüller.

Am meisten Wärme fürs Geld lieferte im Test 2020 das Jack Wolfskin Argon Thermic Jacket. Trotz des niedrigen Preises gehört es zu den wärmsten hier getesteten Kunstfaserjacken, deshalb gehen das Gewicht und Packmaß voll in Ordnung. Auch trägt es sich für so eine prall gefüllte Synthetikjacke geschmeidig. Die nicht verstellbare Kapuze sitzt sauber, dreht aber nicht mit. Eine dicke Kaufempfehlung bekommt die Jack Wolfskin Argon Thermic Jacket dennoch.


  • FÜLLUNG: Microguard Superloft mit einer Stärke von 200 g/m2.
  • GEWICHT/PACKMASS: 610 g/3,3 l (Gr. L)
  • SONSTIGES: Taschen: 2 außen, 1 innen. Eher kurzer, körpernaher Schnitt.
  • TEMPERATURBEREICH in Ruhe: bis -25 Grad; aktiv: bis -40 Grad
  • TRAGEKOMFORT: Kuschelig, raschelt kaum, lässt Bewegungsfreiheit, passgenaue Kapuze, die Kopfdrehungen aber nicht mitmacht.
  • PRAXIS/AUSSTATTUNG: Schlichte, funktionelle Features, Saumzug und Zips laufen sehr geschmeidig.
  • PREIS 170 Euro
  • TESTURTEIL: Sehr gut (Kauftipp 12/2020)
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Haglöfs L.I.M. Barrier Jacket – leichte Kunstfaserjacke


Winterjacken Test 2020 - Haglöfs LIM Barrier Jacket


Haglöfs

Testfazit: Minimalistische Ultraleichtjacke mit dünner Kunstfaserfüllung. Bei Frost optimal zum Drunterziehen, im Herbst und Frühjahr ideal für Pausen.

Trotz der geringen Isolationsdicke eignet sich die Haglöfs L.I.M Barrier Jacket für Temperaturen bis zum Gefrierpunkt – top für eine so leichte Synthetikjacke. Der Trick: In den Kunstfasern stecken superb dämmende, ursprünglich für Raumanzüge entwickelte Aerogel-Partikel.Als Zwischenschicht fällt die L.I.M Barrier ebenfalls kaum auf – was auch am anschmiegsamen, dünnen Kragen und der hohen Bewegungsfreiheit liegt.


  • FÜLLUNG: 40 g/m² Primaloft Gold mit Aerogel-Technik.
  • GEWICHT/PACKMASS: 225 g/0,7 l (Gr. L)
  • SONSTIGES: 2 Außentaschen, zertifiziert nach strengen Bluesign-Richtlinien.
  • TEMPERATURBEREICH in Ruhe: bis 0 Grad; aktiv: bis -20 Grad
  • TRAGEKOMFORT: Sehr dünne Kunstfaserjacke, die jede Bewegung mitmacht. Schön anliegender Kragen, aber glatte Stoffe.
  • PRAXIS/AUSSTATTUNG: Minimalistisch ausgestattet, die Zips könnten noch geschmeidiger laufen.
  • PREIS 190 Euro
  • TESTURTEIL: Sehr gut
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Marmot Warmcube Featherless Hoody – dicke Wärmepackung aus Kunsfasern


Winterjacken Test 2020 - Marmot Warmcube


Marmot

Testfazit: Das schwerste, teuerste Kunstfasermodell im Feld wärmt klasse und trägt sich angenehm. Die Ausstattung könnte noch funktioneller sein.

Marmot setzt beim Warmcube Featherless Hoody auf zwei Kunstfaserfüllungen: Die äußere Lage besteht aus Primaloft Silver (70 % Recycelanteil), der Rumpf besitzt innen zusätzlich mit daunenähnlichem Thinsulate Featherless (75 % Recycelanteil) gefüllte kleine Würfel, die sogenannten Warmcubes. Dadurch isoliert die Jacke stark, wiegt aber auch viel. Beim Außen- und Innenstoff kommt Recycelnylon zum Einsatz.


  • FÜLLUNG: je 120 g/m2 Primaloft Silver Hiloft und Thinsulate Featherless.
  • GEWICHT/PACKMASS: 720 g/4,2 l (Gr. L)
  • SONSTIGES: Taschen: 2 außen, hoher Anteil an Recycelfasern. Eher kurz.
  • TEMPERATURBEREICH in Ruhe bis -25 Grad; aktiv: bis -40 Grad.
  • TRAGEKOMFORT: Kuschelige Synthetikjacke, engt nicht ein, raschelt kaum und fühlt sich leichter an, als sie ist. Etwas zu große Kapuze dreht nicht mit.
  • PRAXIS/AUSSTATTUNG: Minimalistisch (keine Innen-/Brusttasche), problemlose Bedienung
  • PREIS 400 Euro
  • TESTURTEIL: Sehr gut
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Schöffel Thermo Jacket Piemont – leistungsstarker Preistipp


Winterjacken Test 2020 - Schöffel Thermo Jacket Piemont


Schöffel

Testfazit: Ob als extrawarme Isolation beim Wandern und Tourengehen oder als Kälteschutz in Pausen, das günstige Schöffel Thermojacket Piemont überzeugt.

Das neue Thermo Jacket Piemont von Schöffel trifft ins Schwarze. Die Kunstfaserjacke eignet sich nicht nur als komfortabler, warmer Kälteschutz für Pausen, bei klirrendem Frost kann man es auch hervorragend als Wärmeschicht während der Aktivität tragen dank weicher, höchst atmungsaktiver Stretchstoffe und der leicht elastischen Primaloftfaser. Weil eisiger Wind etwas durch den Stoff bläst, sollte man allerdings noch eine (leichte) Regenjacke einpacken.


  • FÜLLUNG: Primaloft Active Gold (80 g/m² am Rumpf, 60 g/m2 an Ärmeln/Kapuze).
  • GEWICHT/PACKMASS: 450 g/2,0 l (Gr. L)
  • SONSTIGES: 2 Außentaschen. 1 Innenfach, mittellanger Schnitt.
  • TEMPERATURBEREICH in Ruhe: bis -10/-15 Grad; aktiv: bis -40 Grad.
  • TRAGEKOMFORT: Körpernaher Schnitt, der dank Stretchmaterialien jede Bewegung mitmacht. Weiche Stoffe, sehr bequeme Kapuze.
  • PRAXIS/AUSSTATTUNG: Taschen sitzen optimal über dem Rucksackhüftgurt, die Schöffel-Jacke besitzt aber etwas hakelige Zips
  • PREIS: 200 Euro
  • TESTURTEIL: Sehr gut
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Umfrage

Daune

Kunstfaser



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Tipps dazu auch in unserem Podcast:

Was macht denn eine gute Wärmejacke aus?


OD 1217 Daunenjacken Kunstfaserjacken Details Schnitt Ärmel


Benjamin Hahn Fotografie

Der Schnitt
Eine erstklassige Bewegungsfreiheit macht nicht nur für Kletterer Sinn. Auch beim Wandern und Wintercampen hebt man die Arme öfters einmal über den Kopf. Rutschen dabei die Ärmel hoch, zieht es an den Handgelenken. Und wenn der Saum nach oben wandert, kriecht Kälte von unten in die Jacke. Dank der sehr aufwendigen, meist körperbetonten Schnitte passiert das aber bei fast keinem der Testkandidaten.


OD 1217 Daunenjacken Kunstfaserjacken Details Länge


Benjamin Hahn Fotografie

Die Länge
Vor allem bei klirrendem Frost kühlt auch das Gesäß schnell aus. Dann sind länger geschnittene Modelle wie von Mountain Equipment oder Berghaus im Vorteil. Bei kurzen Jacken empfiehlt sich die Mitnahme einer gefütterten Shorts, die man in den Pausen kurz überzieht (Tipp: Vaude Waddington Short/Skirt).


OD 1217 Daunenjacken Kunstfaserjacken Details Taschen


Benjamin Hahn Fotografie

Warmhaltezonen
Nur in isolierten Taschen kann man schnell die Hände aufwärmen. Auch das Smartphone oder eine Kamera finden hier Platz, da vor allem etwas ältere Akkus oder Batterien bei Kälte häufig ihre Leistungsfähigkeit einbüßen. Diese Möglichkeiten bieten fast alle Modelle im Feld.


OD 1217 Daunenjacken Kunstfaserjacken Details Kapuze


Benjamin Hahn Fotografie

Eine Kapuze, die sitzt
Kopf und Nacken sind nicht nur kälteempfindlich, hier geht auch viel Wärme verloren. Deshalb verbessert eine prall gefüllte Kapuze die Isolation enorm. Allerdings nutzt man sie nur, wenn sie sich sauber anpassen lässt – noch immer keine Selbstverständlichkeit, wie der Test zeigt. Im Idealfall gibt es einen Zug, mit dem sich die Kapuze ums Gesicht herum schließen lässt, und eine Volumenverstellung auf der Rückseite. Sie führt zu einem kappenähnlichen Sitz, der Kopfdrehungen mitmacht.


Das war der Wärmejacken-Test 2019:

22 Thermojacken für Damen und Herren traten 2019 zum Test an. Sie kosten 130 bis 470 Euro, die Bandbreite reicht von der federleichten Haglöfs-Daunenjacke mit schlappen 165 Gramm bis zu rund dreimal so schweren, extra prall mit Daune oder Kunstfasern gefüllten Winterjjacken für Eiseskälte, wie sie Winterwanderer im hohen Norden erwartet. Zwei Hersteller liefern dünne Synthetikjacken, die sich als leistungsfähige Fleece-Alternative zum Drunterziehen eignen. Erfreulich: Fjällräven, Haglöfs und Rab verwenden Daune aus artgerechter Haltung, erkennbar an der RDS-Zertifizierung (Responsible Down Standard) oder dem Fjällräven Down Promise.


Außerdem gibt es spannende, neue Materialien: »Eddie Bauer setzt auf Thindown, eine mit einem Trägerstoff verklebte Daune«, sagt Boris Gnielka. Das kunstfaserähnliche Vlies benötigt keine die Dämmung schwächenden Steppnähte und verklumpt nicht, wenn es nass wird – was mit normaler Daune passiert. Dagegen verwendet Mountain Equipment eine Faser (Polarloft Featherless), die aus Flocken besteht. Wie Daune steckt sie in Kammern, was sportivere, körperbetontere Schnitte ermöglicht als bei Jacken aus Synthetikvlies. Den Unterschied merkt man schon beim Anziehen: Die Mountain Equipment Superflux fühlt sich so flauschig an wie die Daunenmodelle im Feld und trägt sich damit noch geschmeidiger als die Kunstfaserkonkurrenz.


Einen anderen Schwerpunkt setzt Outdoor Research mit seiner bauschigen Verticalx-Wattierung. Sie lässt Feuchtigkeit besonders schnell verdunsten. Das sorgt für den bei Anstrengung nötigen Kühleffekt und hält in Pausen oder bei geringer Aktivität den Körper trocken und warm. »Neu ist die Idee nicht, doch erstmals wärmt ein auf optimalen Feuchtetransport getrimmtes Material ähnlich gut wie die anderen Synthetikfasern im Test 2019 – das zeigen unsere Isolationsmessungen«, erklärt Boris Gnielka.


Wie wir Winterjacken testen, könnt ihr euch in im Podcast anhören:

Fazit des Isojacken-Tests 2019: Alles in allem glänzt das Feld mit einer erstklassigen Performance. Dennoch besitzt jede Winterjacke eigene Stärken: Die Daunenjacken Mont·Bell Mirage Parka und Haglöfs L.I.M. Essens Jacket bieten ein sensationelles Wärme-Gewichts-Verhältnis, während die Fjällräven Keb Touring Down Jacket den Nachhaltigkeitssieger stellt.


Die erste Wahl für Touren bei nasskalter Witterung sind die Synthetik-Jacken von Mountain Equipment und Outdoor Research sowie der Preistipp Jack Wolfskin Argon Hoody. Wer dagegen eine warme Jacke zum Drunterziehen will, greift zur Patagonia Micro Puff Jacket oder zur Carinthia G-Loft TLG.


Diese und weitere Wärmejacken im Test-Überblick:



Rückblick: Das war der Wärmejacken-Test 2017/2018:

Ende 2017 hatte unsere Testcrew 21 Wärmejacken von 220 bis 400 Euro getestet. 14 davon waren mit Daune gefüllt, sieben mit Kunstfasern. Die leichtesten Kandidaten brachten weniger als 300 Gramm auf die Waage, die schwersten rund doppelt so viel. Außerdem begeisterten alle getesteten Winterjacken mit kleinem Packmaß: »Im Schnitt nur zwei Liter – so findet der Kälteschutz in jedem Rucksack Platz«, sagt Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka.


Ein großes Lob verdienen die Hersteller auch in Sachen Nachhaltigkeit: Fast alle Daunen stammen aus kontrollierter, artgerechter Produktion. Zusätzlich verarbeitet Haglöfs beim Bivvy Down Hood noch Recyclestoffe, die Imprägnierungen kommen ohne das in die Kritik geratene PFC aus. Außerdem sind alle Materialien Bluesign­zertifiziert – einer der strengsten Umweltstandards.


Vier Hersteller verwenden wasserabweisende Daune. Das klingt vielversprechend und funktioniert in Laborversuchen hervorragend, doch die Praxis sieht anders aus: »Vor allem bei Druck, etwa durch einen Rucksack, oder der Komprimierung im Packbeutel verklumpt eine feucht gewordene Füllung genauso wie unbehandelte Ware und verliert ihre Isolation«, so Gnielka. Der große Vorteil liegt aber in der schnelleren Trockenzeit. Möchte man eine nässeunempfindliche Wärmejacke, gibt es auch weiterhin keine Alternative zum Kunstfasermodell.


Gespannt wartet die Testcrew jedes Mal auf die Ergebnisse der Isolationsprüfung. »Im Praxiseinsatz zeigt sich grob, wie warm die Modelle ausfallen, doch erst die Labormessungen führen zu exakt vergleichbaren Werten«, erklärt Boris Gnielka.


Die mit Daunen gefüllte Mountain Equipment Skyline glänzt mit der besten Wärmeleistung. Sie lässt sich von wenig verfrorenen Personen in Pausen bis minus 18 Grad einsetzen und schützt durch ihren langen Schnitt auch das Gesäß – genug für frostige deutsche Winter oder für Skandinavientouren im Frühjahr, der idealen Zeit zum Skiwandern.


Rang zwei belegt die Berghaus Ramche Micro (Daune) mit einem unteren Temperaturlimit von minus 15 Grad, dicht gefolgt von den meisten anderen Daunenmodellen und der Gamsbokk Mt. Vinson, der dicksten Kunstfaserjacke. Sie alle bieten mit Werten um minus zwölf Grad ausreichend Reserven für Wintertouren in unseren Breiten.


Die übrigen Kandidaten kommen dagegen schon bei Temperaturen zwischen minus fünf und null Grad an ihre Grenzen – zu wenig für Pausen in der kalten Jahreszeit, doch perfekt als extra warme Zwischenschicht für Frostbeulen. Skitourengeher können sie auf Abfahrten zudem als Schutz gegen den eisigen Fahrtwind tragen. So genutzt, verschiebt sich das Temperaturlimit um rund 15 Grad nach unten (gehendes Männchen). Für diese Einsätze empfehlen sich vor allem die nässeunempfindlichen Synthetikmodelle von Patagonia (–3° C) und Fjällräven (0° C), die durch ihren körpernahen Schnitt und die nicht zu dicke Füllung gut unter eine Softshell passen.


Wichtig: Ein gutes Wärme-Gewichts-Verhältnis


»Steckt der Kälteschutz die meiste Zeit im Rucksack und kommt nur während der Ruhephasen zum Einsatz, sollte man auf ein möglichst gutes Wärme-Gewichts-Verhältnis achten«, rät Testredakteur Boris Gnielka. Hier geben die hochwertigen Daunenjacken den Ton an, vor alle die Berghaus Ramche (–15°C/320 g) und die Arcteryx Cerium LT hoody (–12°C/300 g). Beide isolieren nicht nur sehr gut, sondern gehören auch zu den leichtesten Jacken im Testfeld 2017.


Den zweiten Platz teilen sich drei Kandidaten: Rab Continuum (–12°C/355 g), Mountain Equipment Skyline (–18°C/490 g) und die gerade einmal 250 Gramm schwere Patagonia Micro Puff Hoody (–3° C). Letztere beweist, dass auch Kunstfaserjacken mitterweile enorm leistungsfähig sein können. Die wärmste Kunstfaserjacke wiederum, die Gamsbokk Mt. Vinson Hoody (–13°C/555 g), schneidet immerhin noch gut ab.


Schwachpunkt Kapuze


In Sachen Tragekomfort und Ausstattung gibt es kaum Kritik, nur die Kapuzen von Marmot, Schöffel und Mountain Hardwear stören: Sie lassen sich ums Gesicht herum nicht schließen. Dadurch zieht es an den Wangen. Und wenn sich der Kopf bewegt, schaut man in die Kapuzenröhre.



Das Fazit unseres Winterjacken-Tests:


Grob lässt sich das Feld in zwei Gruppen einteilen. In ersterer finden sich die dickeren Winterjacken, der ideale Kälteschutz fürs Camp oder Pausen. Den besten Kompromiss aus hoher Isolation und geringem Gewicht bieten die Daunenjacken von Arcteryx, Berghaus und Rab. Erstere sichert sich mit knappem Vorsprung vor der Berghaus Ramche den Testsieg in dieser Kategorie, während die Rab Continuum einen Kauftipp bekommt. Sie ist nicht ganz so leistungsfähig wie die beiden Topperformer, kostet mit 300 Euro aber 100 Euro weniger.


Wer schnell friert oder in Skandinavien Skiwandern will, sollte zur Mountain Equipment Skyline greifen. Sie glänzt mit der besten Wärmeleistung und niedrigem Preis. Bevorzugt man dagegen eine nässeunempfindliche oder sehr günstige Jacke, heißt der Kauftipp Gamsbokk Mt. Vinson (Synthetik, 220 €). Außerdem gibt es einen klaren Testsieger bei den Jacken, die man während des Wanderns oder Skifahrens als Zwischenschicht tragen kann: die ultraleichte Patagonia-Kunstfaserjacke Micro Pfuff Hoody.


Die besten von uns getesteten Jacken im Preisvergleich:

Die getesteten Winterjacken 2017 im Detail:





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