Tessin-Trekking: Hoch über dem Luganersee

Drei Tage Hütten-Trekking im Tessin – mit Traumaussichten und hervorragender Küche! Alle wichtigen Infos für einen Wanderurlaub am Lago di Lugano …

Das Tessin vereint die Schönheit der Schweiz mit der Leichtigkeit Italiens. Beim Trekking über dem Luganersee genießen Wanderer das auf Schritt und Tritt. Alle Etappen und Tipps zur Reise findet ihr hier auf der Seite – auch als PDF zum Download:


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Lugano-Trek Tessin, Heft 03/2021
Lugano-Trek aus Heft 03/2021
Tessin-Trekking: Hoch über dem Luganersee

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Trip nach Lugano – eine Übersicht

  1. Die Etappen des Lugano-Treks


Runde hoch über Lugano




Vom Monte Bremen zur Capanna Pairolo


Von Lugano aus geht es mit der Standseilbahn zum Gipfel des Monte Brè (933 m), von dem aus sich ein großartiger Blick auf Lugano, den See und den Monte San Salvatore bietet. Vom Gipfel gelangt man in 15 Minuten ins Dorf Brè. Hier beginnt der Anstieg durch einen Buchenwald auf den Monte Boglia (1516 m). Nach einem 360-Grad-Blick entlang der Felsformation Denti della Vecchia (»Zähne der Alten«) bergab zur Capanna Pairolo.


Mehr zum Thema:
Länge 12,38 km
Dauer 5:18 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 981 Meter
Höhenmeter absteigend 496 Meter
Tiefster Punkt 886 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

Capanna Monte Bar


Gleich zu Beginn steigt man in schattigem Buchenwald nach oben auf den Aussichtsberg Fojorina (1810 m). Nach dem Gipfelkreuz folgen ein schneller Abstieg und vielleicht eine Einkehr in einer der beiden Hütten am San-Lucio-Pass. Mit etwas Glück ist die Kapelle aus dem 14. Jahrhundert geöffnet. Jedes Jahr am 16. August findet zu Ehren des Heiligen Lucio ein großes Fest statt. Dann wandert man bei Panoramablick am Grat entlang auf der Grenze auf den Gazzirola (2115 m), den höchsten Gipfel der Gegend. Abstieg durch Alpenrosenfelder zur modernen Capanna Monte Bar.


Mehr zum Thema:
Länge 19,64 km
Dauer 7:29 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 1102 Meter
Höhenmeter absteigend 879 Meter
Tiefster Punkt 1369 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.


Lugano-Trek Tessin, Heft 03/2021


Jens Klatt

Nach dem Anstieg auf den Gazzirola laufen die Füße manchmal fast von alleine.

Tesserete


Vor dem Talabstieg besteigt man den Gipfel des Monte Bar (gute halbe Stunde ab der Hütte). Weiter zum benachbarten Aussichtspunkt Motto della Croce. Nun der Beschilderung zum Torfmoor Gola di Lago folgen und vorbei am Monte Bigorio zum Kapuzinerkloster Santa Maria. 1535 gegründet, war es eines der ersten Kapuzinerklöster der Schweiz. Heute verkauft ein Laden den traditionellen Likör Nocino Ticinise – aus grünen Nüssen hergestellt. Vom Kloster geht es den antiken Saumpfad entlang hinab nach Tesserete. Fast stündlich fahren Busse nach Lugano.


Mehr zum Thema:
Länge 15,22 km
Dauer 5:37 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 362 Meter
Höhenmeter absteigend 1441 Meter
Tiefster Punkt 1593 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.



Extratour – San Salvatore


In Lugano gehört eine Tour auf den San Salvatore zum guten Ton. Die Bahn bringt einen ab Lugano-Paradiso zur Terrasse mit Blick auf Luganer See, Poebene und die Schweizer und Savoyer Alpen. Dann wandert man erst steil, ab Ciona aber gemütlich durch Wald hinab und durchs Künstlerdorf Carona. Nach der Alpe Vicania (mit Grotto) in Kastanienwald und über eine Treppe nach Morcote. Per Schiff nach Lugano.


Mehr zum Thema:
Länge 15,22 km
Dauer 5:37 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 362 Meter
Höhenmeter absteigend 1441 Meter
Tiefster Punkt 1593 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.



Tipps zur Planung euer Reise


  • Anreise: Durch den Gotthard gelangt man mit dem Auto oder dem Schnellzug ins Tessin. Wer von Chur anreist, kommt über den San Bernardino. Fernbusse von Deutschland fahren bis Lugano: busliniensuche.de
  • ÖV-Paradies: Der Schweizer Nahverkehr ist perfekt organisiert und bringt Wanderer auch bis in die hintersten Winkel der Täler. Das Ticino-Ticket erhalten Gäste ab einer Übernachtung im Tessin. Damit können sie den öffentlichen Verkehr frei nutzen, Bergbahnen und Schiffe vergünstigt. postauto.ch und sbb.ch
  • Beste Zeit: Für Touren eignen sich besonders die Monate Mai/Juni und September/Oktober. An den Wochenenden die Hütten unbedingt reservieren. Unter der Woche ist es in höheren Lagen eher ruhig. Im Sommer herrschen vor allem in Städten und Tälern mediterrane Temperaturen.
  • App auf den Berg: Die App von schweizmobil.ch stellt detailliertes Kartenmaterial mit allen Outdoor-Optionen zur Verfügung. Auch Hike Ticino ist eine kostenlose App mit über 150 Wanderungen und Lokaltipps.




Unterkünfte am Lugano-Trek:


  • Traditionelle Hütte: Auf der großen Sonnenterrasse und in der gemütlichen Stube verwöhnt das Team der Capanna Pairolo die Gäste mit traditionellen Gerichten wie Polenta oder Maronikuchen. Die Mehrbettzimmer sind sauber und gepflegt. Hüttenschlafsack obligatorisch. DZ möglich. Ü/F ab 38 CHF/34 EUR, Ü/HP ab 66 CHF/60 EUR. capanna-pairolo.ch
  • Feinschmeckerhütte: Die moderne Capanna Monte Bar empfängt ihre Gäste mit famoser Aussicht über Val Colle und Lugano. Der Aufenthaltsraum mit seinen großen Glasfronten dient auch als Restaurant. Hier kocht Alessandro Müller, vorher Michelin-Koch in Genf. Sein Kollege Jvan Cattaneo arbeitete in renommierten Tessiner Restaurants. Gemeinsam zaubern sie regionale Fleischspezialitäten und traumhafte Süßspeisen. Die Hütte ist top eingerichtet und bietet gratis warme Duschen. Im Mehrbettzimmer Hüttenschlafsack obligatorisch. Ü/HP: 75 CHF/67 EUR. DZ mit Handtüchern: 40 CHF/35 EUR Aufpreis. capannamontebar.ch
  • Im Herzen von Lugano: Das gute Mittelklassehotel mit Tiefgarage und sehr freundlichem Service liegt nahe dem Zentrum von Lugano und 500 Meter vom See. Reiches Frühstücksbuffet und Pool auf der Terrasse. Ü/F ab 140 CHF/ 125 EUR. hoteldelfinolugano.ch
  • Haus am See: Wer gerne familiär wohnt und abseits des Rummels einen Tag am Luganer See verbringen möchte, ist im liebevoll eingerichteten Hostel Chery B&B in Riva San Vital bestens aufgehoben. Es gibt herrlich duftenden Kuchen, hausgemachten Joghurt und andere Köstlichkeiten zum Frühstück. Ü/Frühstück ab 85 CHF/76 EUR. hotelchery.com




Hier lässt es sich gut einkehren:


Genuss am Seeufer: Sie ist schon ein sehr idyllisches Plätzchen, die Antica Osteria del Porto am Ufer in Lugano. Die Küche interpretiert traditionelle Gerichte modern. anticaosteriadelporto.ch


Ristorante La Sosta: Zehn Minuten oberhalb von Lugano bereitet Küchenchef Ettore Santaniello regionale Gerichte als feine Kreationen mit frischen Zutaten – am schönsten genießt man sie auf der lauschigen Terrasse oder im Garten des dazugehörigen Hotels Villa Carona. ristorantelasosta.ch


Lugano-Trek Tessin, Heft 03/2021


Jens Klatt

Auf einer guten Tour bleibt immer Zeit für einen Espresso. Verzeihung: einen caffè.


Tipps von Reiseautorin Uta de Monte:


  • Künstlerdorf: In Carona oberhalb von Lugano finden viele Konzerte und Ausstellungen statt. Es lohnt aber auch einfach ein Gang durch das schmucke Dorf, das zu Fuß von der Bergstation des Hausberges San Salvatore gut erreichbar ist. carona-tourism.ch
  • Lido di Lugano: Niemals sonst rieselt der Sand so schön unter den nackten Füßen wie nach drei Tagen in hochgeschnürten Wanderstiefeln. Am Strand des Luganer Sees gibt’s mehrere Schwimmbecken, einen 10-Meter-Sprungturm und Beachvolleyball. lugano.ch/sport
  • Kunst-Zentrale: Das moderne Kulturzentrum direkt am Luganer See zeigt wechselnde Ausstellungen hochrangiger Künstler. luganolac.ch


Immer wieder schoben sich gestern Lugano und der See in unser Blickfeld und lugten bei dem Aufstieg zum Monte Boglia zwischen den knorrigen alten Buchen hervor. Ziel und auch geografischer Höhepunkt der ersten, insgesamt mittelschweren Tagesetappe waren die »Denti della Vecchia«, die »Zähne der Alten«: Mal hundert Meter hoch und spitz, mal zwei Meter klein und bröslig, thront diese Felsformation mit eigenwilliger Majestät etwas abseits des Weges auf dem Berg. Wie kleine Kinder flitzten und kletterten wir um die Zinnen herum, um einmal den sonnigsten Platz, ein andermal den lustigsten Selfie-Spot dann wieder die beste Aussicht auf den See zu erhaschen. Von dort führte uns der Weg auf etwa gleicher Höhe zur Capanna Pairolo (1350 m), dem Tagesziel. »Zeit für eine Siesta«, sagte Luigi, holte sich schnurstracks einen Liegestuhl, der an der Hauswand lehnte, streifte die Bergstiefel ab und streckte seine dampfenden Socken der Sonne entgegen … den kompletten Reisebericht findet ihr in der aktuellen OUTDOOR-Ausgabe 03/2021 – jetzt im Kiosk und online als E-Paper.



Titel 03/2021


Ralf Gantzhorn

OUTDOOR-Ausgabe 03/2020



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