Tipps zu Wandersocken, Schnürung, Einlegesohlen: Schuhe tunen, Blasen vermeiden

Ausrüstungsexperte Frank Wacker zeigt, wie man die maximale Gehperformance aus seinem Wanderschuh herausholt …

„Blasen, Druckstellen oder schmerzende Fußsohlen kennt jeder Wanderer. In den meisten Fällen müsste es aber gar nicht so weit kommen“, sagt outdoor-Redakteur Frank Wacker. Mit ein paar einfachen Tricks lässt sich der Sitz und die Performance von Outdoor-Stiefeln spürbar steigern.


Die erste Grundregel lautet, den Schuh 15 Minuten nach dem Beginn der Tour neu zu binden. „Vor allem stabile Stiefel mit einem festen Obermaterial lassen sich dann noch genauer anpassen“, so Wacker. Standardeinlegesohlen sollten durch spezielle Einlegesohlen aus dem Outdoor- oder Sportfachhandel ersetzt werden (siehe Punkt 2 in unserer Liste unten). Diese Einlegesohlen bieten dem Fuß mehr Führung.


Auch passende Wandersocken spielen eine wichtige Rolle. Sie müssen faltenfrei sitzen und dürfen nicht rutschen. Je nach Schuhvolumen wählt man dickere oder etwas dünnere Varianten (s. Punkt 3). Manche Outdoorer schwören auf die Kombination von dünnen Unterziehsocken und einem dickeren Pärchen Socken darüber.


„Sehr viel Potenzial steckt in der Schnürung – das die wenigsten allerdings nutzen“, sagt Frank Wacker. Bei Leuten mit einem hohen Spann können die Füße einschlafen, weil die Zunge die Blutzirkulation behindert. Schafft man im Bereich des größten Druckes eine Zone, die etwas weniger stramm gebunden werden kann (s. Punkt 4 und 5), stimmt die Durchblutung der Füße wieder.


Auch eine locker sitzende Ferse bekommt man in den Griff (siehe Punkt 6/7 unten). Ein weiterer Trick bei Wanderstiefeln besteht darin, nur bis zum vorletzten Haken zu schnüren, die Senkel hinter dem Schaft herumzulegen und vorne zu verknoten. „Dann reibt die Zunge nicht am Schienbein“, so Wacker.


Worauf es beim Wanderschuhe schnüren und Schuhe tragen ankommt:

1 – Feintuning


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Benjamin Hahn

Halten Sie 15 Minuten nach dem Start der Wanderung kurz an und schnüren Sie die Schuhe nochmals. Das verbessert ihren Sitz.


2 – Aufrüstoption


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Benjamin Hahn

Spezielle Einlegesohlen, etwa von Spenco, Superfeet, Sidas oder Grangers, erhöhen den Gehkomfort spürbar. Vor dem Kauf sollten Sie diese aber im eigenen Schuh ausprobieren.


3 – Volumenkontrolle


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Benjamin Hahn

Hat der Fuß im Schuh etwas zu viel Platz, hilft oft ein dickeres Paar Socken. Letztere können auch Druckstellen oder brennende Fußsohlen verhindern. Wichtig: ein hoher Wollanteil.


4 – Unterteilung


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Benjamin Hahn

Um einen Bereich des Wanderschuhs locker und einen anderen fest zu schnüren, reicht zur Abtrennung ein einfacher Schlag. Er wirkt wie ein Stopper und kann beliebig oft eingesetzt werden.


5 – Druckminderer


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Benjamin Hahn

Drückt der Schuh, fädelt man die Schnürsenkel in diesem Bereich durch zwei bis drei Ösen hintereinander, anstatt sie über Kreuz zu binden – das reduziert den Zug.


6 – Fersenzug bauen …


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Benjamin Hahn

Den Fersenhalt optimieren Sie, indem der Schnürsenkel nach dem Vorfußbereich beidseitig nicht zum nächsten gegenüberliegenden Haken geführt wird, sondern zum darüberliegenden.


… und festziehen (7)


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Benjamin Hahn

Die Senkelenden vom oberen Haken unter der in 6 geschaffenen Verbindung auf der jeweils gegenüberliegenden Seite durchfädeln und den Rest des Schaftes über Kreuz binden.


Weitere Schnürtipps im Video:


Wanderschuhe: Unsere Bestenliste:





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