Von Zeltplatz zu Zeltplatz wandern: Trekkingcamp-Tour im Frankenwald

Autor Thomas Heilmann hat sich auf den Weg durch den Frankenwald gemacht, mit Rucksack und Zelt. GPS-Daten und weitere Reiseinfos zur Trekkingtour hier …

Endlich mal richtig in der Natur schlafen und nicht eingepfercht zwischen Wohnmobil und Autos: Diese Möglichkeit bieten seit 2019 drei Trekkingcamps im Frankenwald. Komfort bieten die Trekkingcamps kaum, dafür liegen sie traumhaft!


Zu den Camps und wieder zurück

1. Döbraberg


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Länge 36,60 km
Dauer 10:23 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 789 Meter
Höhenmeter absteigend 791 Meter
Tiefster Punkt 564 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

Vom Bahnhof Bad Steben Richtung Westen anfangs auf dem Frankenwaldsteig, später dem Flaserkalksteig bis Unter Gerlas. Richtung Süden zum Gerlaser Forsthaus und zum Gasthaus Fränza. Über Lippertsgrün und durch den Culmitzgrund nach Kleindöbra, dann hinauf zum Prinz-Luitpold-Turm. Hier ist das Trekkingcamp nicht mehr weit entfernt. Die GPS-Daten hierfür bekommt man nach der Platzbuchung auf der Seite des Frankenwaldtourismus (14,8 km, 4 h). Anderntags den Frankenwaldsteig bergab Richtung Norden nach Kleindöbra nehmen. Links in den »Waldeck-Weg DÖ 32« einbiegen und später rechts in den »Döbraberg-Weg OS 45«. Die B 173 kreuzen, durch Lippertsgrün, dann in den Wald und am Wildgehege Pechreuth wieder auf den Frankenwaldsteig und diesem bis zum Wanderparkplatz Hölle folgen. Mit dem Ozünderweg über die Selbitz, rechts auf den »Weg zum Wolfsbauern US 35«. Geradeaus dem »Bergknappenweg RWF 51« bis Bad Steben folgen (21,3 km, 6 h).


2. Rehwiese


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Länge 29,11 km
Dauer 8:23 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 681 Meter
Höhenmeter absteigend 681 Meter
Tiefster Punkt 503 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

Ab dem Bahnhof in Naila in südwestlicher Richtung auf dem Eibenweg aus der Stadt hinaus. Vor dem Gasthaus Fränza die Straße Lippertsgrün–Bobengrün verlassen, dem Fahrweg nach links folgen. Ab der Infotafel »Großvater« auf den Europäischen Fernwanderweg E3 und E6. Runter ins Lamitztal und nun stetig bergauf bis zum Trekkingcamp Rehwiese. Die GPS-Daten für die letzten Meter bekommt man nach der Platzbuchung auf der Seite des Frankenwaldtourismus (14,5 km, 3,5 h). Rückweg wie Hinweg.


3. Kobach


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Länge 24,58 km
Dauer 6:43 Std
Schwierigkeitsgrad Schwer
Höhenunterschied 495 Meter
Höhenmeter absteigend 499 Meter
Tiefster Punkt 630 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.

An der Festhalle Richtung Nordwesten auf dem Haderholzweg aus dem Ort heraus. Bei der ehemaligen Grenze rechts auf den Kolonnenweg und diesem bis zur Straße folgen. Rechts auf den Rennsteig. Oberhalb von Kleintettau erneut rechts und auf den »Wasserle-Weg« rein nach Kleintettau. An der Auferstehungskirche links und dem »Glasmacher-Weg« bis zum Rennsteig folgen. Auf ihm in nördlicher Richtung zum Trekkingcamp Kobach. Die GPS-Daten für die letzten Meter erhält man nach der Platzbuchung auf der Seite des Frankenwaldtourismus (9,4 km, 2,5 h). Tag 2: Auf dem Rennsteig Richtung Osten zur Frankenwaldhochstraße. Auf den »Ölschnitz-Weg R 82« wechseln und sie überqueren. An der Sitzgruppe rechts abbiegen, auf dem »Winheimer Höhenweg R 53« bis Langenau und auf dem »Fuchsgarten Weg R 51« wieder verlassen. Kreuzt der »Birkenschlag-Weg«, folgt man ihm linker Hand bis nach Tettau (15 km, 4h).


Tipps für die Planung eurer Frankenwald-Tour

  • Hinkommen: Die Ausgangspunkte Bad Steben und Naila lassen sich mit dem Zug gut erreichen. Von München gelangt man über Nürnberg und Hof an sie. Mit dem Auto geht es über die A 9 Ausfahrt Berg/Bad Steben und Naila/Selbitz ans Ziel. Der Ausgangspunkt Tettau wird mit der Bahn über Sonneberg und Spechtsbrunn angefahren und mit dem Auto über die A 73 Ausfahrt Neustadt b. Coburg und über die B 4 Richtung Tettau.
  • Herumkommen: Von Ende Mai bis Anfang Oktober bietet es sich an Feiertagen und Wochenenden an, das Saisonangebot des »Frankenwaldmobils« zu nutzen. Die Busse verbinden beliebte Knotenpunkte unterschiedlicher Wanderziele im Frankenwald und nehmen auch Fahrräder mit. Unter der Woche verbinden reguläre Busse die Orte, allerdings verkehren sie nur wenige Male am Tag. Deswegen ist Genauigkeit bei der Planung geboten.
  • Orientieren: Die Trekkingcamp-Touren haben keine eigene Beschilderung, aber mit unseren GPS-Daten findet ihr sie leicht. Die Strecken verlaufen größtenteils auf Wegen mit Markierungen von anderen Routen, was bei der Orientierung hilft. Für die Planung hält man sich an die Wegbeschreibungen auf frankenwaldtourismus.de. Eine eigene Wanderkarte bleibt trotzdem zu empfehlen. Bewährt: »Naturpark Frankenwald«, Fritsch, 1:50.000, thalia.de, 9,50 Euro.
  • Surfen: Alle Informationen über die einzelnen Touren und die Buchungsdetails finden sich auf der Website frankenwald-tourismus.de. Hier gibt es auch die Möglichkeit, sich näher über die Gegend zu informieren. Die genauen Koordinaten der Camps werden erst nach der Online-Buchung mitgeteilt.
  • Beste Zeit: Die Trekkingcamps stehen von Anfang April bis Ende Oktober offen. Die schattigen Wege und vielen Waldstellen machen die Strecken auch für heißere Tage attraktiv.
  • Anspruch: Die meisten Wege sind gut begehbar, die Längen halten sich mit 9 bis 21 Kilometern in Grenzen.


Reisereportage Heft 05/2021: Trekkingcamp Frankenwald


Christopher Fromm

Die Handgriffe sitzen, das Zelt steht nach ein paar Minuten auf der Lichtung.

Schlafen & Essen

  • Trekkingcamps: Auf den vorgeschlagenen Wegen zeltet man in Trekkingcamps. Hierfür ist eine Online-Buchung auf der Seite des Frankenwald-Tourismus nötig. Die Kosten pro Zelt (2–3 Personen) belaufen sich auf 15 €. Länger als eine Nacht darf man nicht auf den Trekkingcamps bleiben.
  • Vor und nach den Touren: Im denkmalgeschützten Herrenhaus »Unterklingensporn« in Naila nächtigt man schon ab 65 €/DZ (hammerschloss.com). In Tettau bietet der Zirkuswagen »Benno« eine originelle Übernachtungsmöglichkeit (schlaf-im-wagen.de). Die Ferienwohnung Frankenhof in Bad Steben eignet sich auch für Familien hervorragend (frankenwaldhof.de).
  • Proviant: Entlang der Wanderwege sind Gaststätten Mangelware. Man muss auf Proviant im Rucksack zurückgreifen.
  • Bierbrunnen: Wer Durst bekommt, findet in den Dörfern manchmal sogenannte Bierbrunnen. Man stelle sich ein etwas prekäres Gitterkonstrukt vor, mit dem man aus einem tiefen Loch (weil kühlend) Bier zutage fördern kann. Bezahlt wird auf Vertrauensbasis in die (angebundene) Spendenkasse. Ein schöner Bierbrunnen findet sich zum Beispiel in Christusgrün (32 Einwohner).


Tipps von Reiseautor Thomas Heilmann

  • Burgbesuch: Die Plassenburg thront hoch über Kulmbach und ist ein echter Hingucker. Doch auch die verschiedenen Museen, die es beherbergt, sind die Reise wert. Das Zinnfigurenmuseum begeistert zum Beispiel nicht nur Sammler. plassenburg.de
  • Stausee: Baden, Stand-up-Paddling, oder lieber gar nichts mit Wasser? Am 28 Kilometer langen Bleilochstausee gibt’s für jeden was. bleilochstausee.com
  • Flossspass: Früher brachten Flößer auf der Wilden Rodach Baumstämme ins Main-Rhein-Gebiet. Heute kann man auf ihr Floßfahrten in unterschiedlichsten Varianten in seiner Freizeit genießen. floss fahrt-wallenfels.de


Frankenwald-Trekking – der Reisebericht

Dorothée und ich sind seit gestern im Frankenwald unterwegs, einem Mittelgebirge im Nordosten Oberfrankens. Dort wurden im Jahr 2019 drei Trekkingcamps eröffnet: Einfach ausgedrückt die legale Möglichkeit, in Deutschland zu zelten, ohne sich auf Campingplätzen zwischen Wohnmobile zu pferchen. Im Frankenwald sollen es mal zwölf werden. Unser Plan sah vor, zwei der Camps zu einer Dreitageswanderung zu verbinden – kein Problem im Frankenwald mit seinen 4500 Kilometern markierter Wanderwege, hier »Steigla« genannt. Früh am Oktobermorgen schulterten wir unsere Rucksäcke im schluchtartigen Höllental, in der Nähe von Bad Steben, einem Kurort 50 Kilometer nördlich von Bayreuth. Unser Ziel liegt im Süden, das Trekkingcamp am Döbraberg. Nebel hängt in den Bäumen. Linker Hand fließt die Selbitz, der wir dieses Tal verdanken. In Millionen von Jahren hat sie sich durch das Diabas gefräst, ein Vulkangestein. Überall tropft es, Wasser ist hier allgegenwärtig. Links die Selbitz, um uns der feuchte Nebel, unter unseren Fü.en Pfützen. Als wir eine Brücke im Höllental überqueren, drücken die ersten Sonnenstrahlen durch den Dunst. Der Fluss unter der Brücke schäumt wild, erinnert an einen Gebirgsbach, schnell fließendes, felsgepunktetes Weißwasser. Über Bad Steben führt uns der Weg über freie Flächen zum Weidenstein – einem Felsen, gerade groß genug, um eine Ruhebank darauf abzustellen. Dann wieder Wald, viel Wald. Aber immer wieder treten wir aus dem Dunkel hervor auf eine sonnige Wiese. Ein Gehöft liegt still dort, Dorothée blinzelt in die Sonne, dann treten wir wieder hinein ins Waldesdunkel… den kompletten Reisebericht findet ihr in der aktuellen OUTDOOR-Ausgabe 05/2021 – jetzt im Kiosk und online als E-Paper.


Berchtesgaden


OUTDOOR / Timm Humpfer

OUTDOOR 05/21, ab 1. April am Kiosk.



Schon unsere Podcastfolge über Trekkingcamps gehört?

In dieser Podcast-Episode geht es speziell um die Trekkingcamps in der Eifel. Für 10 EUR pro Zelt und Nacht kann man dort einen Naturlagerplatz bei Trekking-Eifel buchen.



Ihr könnt die Podcast-Folgen entweder gleich hier auf dieser Seite anhören, oder auch auf einer der gängigen Plattformen: iTunes, Spotify, Deezer, Audio now, Soundcloud, Acast, The Podcast App, Google Podcast-App auf Android-Smartphones, Lecton sowie Castbox, Podcast Addict und vielen anderen Podcast-Apps und Verzeichnissen.


Noch mehr Zeltplätze in Deutschland




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